From: "Stadtbuecherei Nordenham" xxxxx
Date: Wed, 12 Nov 2003 12:41:06 +0100
Subject: Re: Lektoratsdienste (ID)
Liebe Kolleginnen & Kollege,
noch einmal, es macht keinen Sinn, die Diskussion auf einer moralischen
Ebene zu führen (soll ich, damit die EKZ etwas mehr Umsatz hat, die Existenz
einer Buchhandlung vor Ort zerstören? Für einen kleinen Betrieb sind ein
paar hundert Euro im Monat, die hängenbleiben, eine Frage von Sein oder
Nichtsein. Wir haben auch eine Filiale einer Kette hier, da kaufe ich
nicht!): die bösen Bibliotheken, die nicht bei der EKZ kaufen und damit uns
allen schaden, weil sie ja nicht einsehen wollen, dass ein Lektorat ohne ID,
zu dessen Finanzierung sie ja nicht mehr Geld beitragen wollen,
betriebswirtschaftlich nicht mehr machbar ist.
So oder ähnlich geht die Argumentation.
Ich halte dagegen : es ist in der gegenwärtigen Großwetterlage keine
tragfähige Strategie auf mehr Einnahmen durch die Bibliotheken zu hoffen.
("Wer (hier) auf Wunder hofft, der stärke seinen Glauben.") Die Entwicklung
der Gemeindefinanzen ist dramatisch. Aber ich fürchte, dass viele erst dann
aufwachen, wenn der BAT demnächst neu verhandelt wird.
Also:
* Wir brauchen den ID
* Wir brauchen den ID besser, "punktgenauer", aktueller, weniger
redundant...
* Er darf nicht wesentlich teuerer werden
aber:
* Wir wollen alles so haben wie bisher
* Wir wollen unsere Betriebsabläufe nicht ändern (es ist ja so
praktisch,...)
* Wir wollen es allen recht machen
Wer soll das lösen??
Nichtsfürungut
Jochen Dudeck
Stadtbücherei Nordenham * An der Gate 11 * 26954 Nordenham
Tel. 04731/923210 * Fax. ~/923211
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"Keines unserer wesentlichen Probleme
hat etwas mit Mangel an Information zu tun"
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From: xxxxx
Date: Wed, 12 Nov 2003 11:12:25 +0100
Subject: ekz-Dienste
Guten Tag,
bei uns gehört es seit Jahren zur Bestandspolitik, einen Großteil unserer
Medienbestände bei der ekz zu kaufen. Ausleihfertig bearbeitete Bücher,
foliiert, annotiert, mit Katalogisat usw. Personalkapazitäten, die ansonsten
durch aufwändige technische Buchbearbeitung gebunden wären, können bei
höherwertigeren Arbeiten eingesetzt werden. In einem Falle konnte sogar eine
Zweigstellenleitung an eine Assistentin übertragen werden, was eine
Höhergruppierung von BAT VIII nach Vc zur Folge hatte.
In Punkto Aktualität fällt mir als positives Beispiel die "standing order"
Bestseller auf. Auch der Harry Potter Band 5, erschienen im Handel am
8.11.03, bei uns im Hause am 10.11.03, und zwar komplett eingearbeitet!
Aus betriebswirtschaftlichen Gründen gibt es zu den Dienstleistungen der ekz
kaum eine Alternative - es gilt hier also in den kommenden Jahren
Bestandsschutz zu fördern.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Günther
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Büchereiplatz
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From: "Bresser, Annette (42.22.5)" xxxxx
Date: Wed, 12 Nov 2003 09:02:30 +0100
Subject: AW: Medieneinkauf mit Jugendlichen
Hallo Frau Sager,
wir (Stadtbibliothek Badenstedt (Hannover)) haben ebenfalls ein solches
Projekt durchgeführt. Wir haben mit einem Schulzentrum kooperiert. Nachdem
sich heraus kristallisiert hatte, das alle Wünsche außerhalb des Medienetats
(Fernseher, größere Umgestaltungen in der Bibliothek) nicht mit den
gegebenen Mitteln finanzieren ließen schlugen die Kinder und Jugendlichen
vor AV Medien zu kaufen. Da wir die gewünschten CDs bereits fast alle
bestellt hatten beschränkten sich die tatsächlich angekauften Medien
hauptsächlich auf Filme und Computerspiele. Als Entscheidungshilfe haben sie
verschiedene Computerspielzeitschriften (z.B. Gamestar) oder
Musikzeitschriften (z.B. Bravo) zu Hilfe gezogen. Wir haben dabei nur
eingegriffen, wenn die Altersfreigabe über 12 Jahren lag, da sich viele (vor
allem kleinere) Kinder nicht darüber im Klaren waren, dass Spiele wie GTA
nicht für ihre Altersklasse bestimmt sind und sie sie nie bei uns ausleihen
könnten. Die Medien wurden anschließend bei einem Pressetermin vorgestellt
und die bestimmende Gruppe konnte sie als erstes ausleihen. Alle Medien
erfreuen sich sehr hoher Beliebtheit. Vor allem fühlten sich die
angesprochenen Zielgruppen ernst genommen und einbezogen.
Mit freundlichen Grüßen Annette Bresser
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: xxxxx xxxxx im Auftrag von
Ute Sager
Gesendet am: Dienstag, 11. November 2003 15:51
An: Forum oeffentliche Bibliotheken
Betreff: Medieneinkauf mit Jugendlichen
Wir suchen für einen Arbeitskreis "Kinder- und Jugendbibliothek"
eine Referentin, die etwas zum Thema "Medieneinkauf mit Jugendlichen"
erzählen kann, möglichst aus eigener Erfahrung.
Wer kennt jemanden bzw. eine Bibliothek, die solche Aktionen
durchführt oder fühlt sich selbst angesprochen? Über Hinweise würde ich mich
sehr freuen.
Viele Grüße aus dem Taunus
Ute Sager
Stadtbücherei Kronberg
Hainstr. 5
61476 Kronberg im Taunus
06173/703-4111
xxxxx
www.stadtbuecherei.kronberg.de
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From: "Mair-Gummermann, Elisabeth" xxxxx
Date: Wed, 12 Nov 2003 08:21:11 +0100
Subject: AW: Lektoratsdienste (ID)
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
zum ersten: Klasse, dass so eine rege Diskussion läuft, die auch - trotz
höchst kontroverser Meinungen - ziemlich fair geführt wird.
Dann ein paar Anmerkungen und Antworten zum Thema:
- "Es ist mir völlig unerklärlich, wer sich überhaupt so eine Regelung
ausdenken kann!!!
Bestimmt niemand, der sich in und mit Bibliotheken (Bibliotheksarbeit)
auskennt!"
Antwort darauf geben die von Herrn Effenberger bereit gestellten Papiere
(danke!). Auf der Homepage der ekz kann man auch die Teilnehmerliste dieses
Workshops einsehen: da waren überwiegend KollegInnen dabei, die den
täglichen Kampf in ihren Bibliotheken kämpfen.
- "(und um den BASIS-ID zum
bisherigen Preis zu bekommen müßten wir unseren gesamten (!!)
Anschaffungsetat bei der EKZ ausgeben):
ohne Ihnen irgendwie dreinreden zu wollen: müssen es denn tatsächlich 10.000
Titel im Jahr auf Papier sein? Vielleicht tut's auch eine kleinere Ausgabe -
schließlich gibt es ja auch die Möglichkeit, einzelne Titel auf der
ekz-Datenbank zu recherchieren.
- "Was könnte man dann verändern?
Ich glaube, häufig könnten Besprechungen "verkürzt" werden. Zum Beispiel die
Medien
zu 4.1 (Kinderbücher, häufig auch "Erstes Lesealter"). Hier beschreibt
zumeist der Titel
sehr gut den Inhalt (z.B. Freundschaftsgeschichten). Hier würde es völlig
genügen,
wenn lediglich Besonderheiten betont würden: Schwarz-weiss-Zeichnungen,
langweiliges Cover, "sticht aus der Flut hervor, weil toll" und so etwas in
der Art. Ich les'
viele Besprechungen eh nur quer.
Kinder- und Jugendliteratur kaufe ich stark nach Reihe bzw. Autor. Das heißt
zum
Beispiel auch, dass mir ein Fazit bei allen Reihen völlig ausreicht. Z.B.
Neuer
Gänsehauttitel, diesmal besonders schlüssig, oder diesmal besonders
unlogisch oder
ähnlich. Mehr brauch ich nicht.
Bei den Sachbüchern für die Kinder- und Jugendbücherei ist es im Endhinein
ähnlich.
Bisher sind die Besprechungen häufig dermassen vage gehalten, dass alle
Titel
austauschbar erscheinen. Auch hier würde ein bewertendes Fazit reichen, in
dem die
Besonderheiten (gut und schlecht) betont werden. Wobei ich hier auch sehe,
dass man
häufig darauf eingehen muss, _wie_ sich der Inhalt aufbaut.
Worauf ich auf keinen Fall verzichten will und kann, sind die Vergleiche bei
den
Erwachsenensachbüchern: Besser als.... Oder "alte Auflage unbedingt
ersetzen". Oder
"alte Auflage kann im Bestand bleiben".
Das Argument des Querlesen verstehe ich gut, mache ich ehrlich gesagt auch
bei verschiedenen Titeln. ABer auch für die o.g. gewünschten "Erkenntnisse"
und Informationen muss sich irgendjemand (LK-Lektor, Rezensent ..) das Buch
ziemlich genau anschauen. Und ob das dann in 6 oder 12 Zeilen formuliert
wird macht nicht mehr die Arbeit (Ganz ehrlich: nur 12 Zeilen ist schwierig
genug!)
- Zum Schluß endlich was "Freundliches": vielen Dank an Frau Kaltenbach für
die guten Tipps!
Schöne Grüße aus dem Süden
Elisabeth Mair-Gummermann
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