Sie sind hier: Startseite / Projekte / ERMS / LASeR - Die Technik

LASeR - Die Technik

Im Zentrum von LASeR wird eine nationale Knowledge Base stehen, die als gemeinsame, unabhängige Datenbasis in der Lage ist, über Schnittstellen andere ERM- und Bibliotheksinformationssysteme zu bedienen.

Technische Grundlage von LASeR ist die von Jisc entwickelte KB+. Hierbei handelt sich um ein Open-Source-System, das offene Standards umsetzt, z. B. hinsichtlich der Schnittstellen (KBART, ONIX-PL), das für die Verwaltung von E-Ressourcen einer einzelnen Einrichtung schon weit entwickelt ist und das mit der GOKb eine offene internationale Knowledge Base nutzt. Die in der Voruntersuchung durchgeführte tiefergehende Analyse der KB+ ergab aber auch, dass eine Weiterentwicklung nötig ist, um allen Anforderungen an LASeR vollumfänglich gerecht zu werden. Deshalb wurde mit Jisc eine Entwicklungspartnerschaft vereinbart, die vorsieht das bestehende System hinsichtlich gemeinsamer Anforderungen kooperativ weiterzuentwickeln. Individuelle Anforderungen sollen eigenverantwortlich umgesetzt, jedoch den Entwicklungsspartnern zur Verfügung gestellt werden, damit diese zukünftig profitieren können.

Bildliche Darstellung zur Funktionsweise des Systems von LASeR. Dateiformat: .png, Bildgröße: 222 KB.

Knowledge Base

Datenquellen

Im Zentrum von LASeR wird eine nationale Knowledge Base stehen, die als gemeinsame, unabhängige Datenbasis in der Lage ist, über Schnittstellen andere ERM- und Bibliotheksinformationssysteme zu bedienen. Der Fokus liegt dabei auf den für Bibliotheken und Verhandlungsführern notwendigen Lizenzinformationen. Als Grundlage dienen:

  • globale Paket- und Titelinformationen aus der GOKb,
  • die Lizenz- und Teilnehmerdaten zu Allianz- und Nationallizenzen von nationallizenzen.de,
  • die Bestands- und Lizenzinformationen der EZB , ZDB und DBIS,
  • die in verschiedenen Formaten vorliegenden Daten zu Konsortiallizenzen (GASCO) sowie
  • Daten zu bilateralen Lizenzen einzelner Bibliotheken

Unterschiedliche Ebenen

Die Knowledge Base ist in mehrere Ebenen unterteilt, die sich an der Reichweite (global, national, konsortial, lokal) der jeweiligen Daten orientieren und entsprechend unterschiedliche Zugriffsrechte bedingen.

Globale Ebene

  • Metadaten zu Paketen von E-Journals, E-Books und Datenbanken
  • Metadaten der enthaltenen Einzeltitel
  • keine sensiblen Bestands- und Lizenzinformationen
  • keine Lesebeschränkungen

Nationale Ebene und konsortiale Ebene

  • Bestands- und Lizenzdaten zu National- und Allianzlizenzen
  • Bestands- und Lizenzdaten zu Konsortiallizenzen
  • Verknüpfung der allgemeinen Metadaten des globalen Bereichs mit einer Lizenz
  • Anreicherung um zusätzliche Informationen wie Archivrechte
  • Haltung von teilnehmerspezifischen Informationen zu einzelnen Paketen und Titeln
  • sensible Daten, die nur von Berechtigten eingesehen werden dürfen
  • Daten werden von Konsortial- und Verhandlungsführern eingespielt

Lokale Ebene

  • Lizenz- und Bestandsinformationen für bilaterale Lizenzierung der Bibliotheken
  • entspricht funktional der nationalen und konsortialen Ebene
  • nur die jeweilige Bibliothek hat entsprechende Lese- und Schreibrechte


Insgesamt ergibt sich so eine Datenbasis, die alle notwendigen Informationen für die Verwaltung elektronischer Lizenzen durch Bibliotheken und Verhandlungsführer bereitstellt.

Rechtemanagement

Über ein internes Rechtemanagement wird die Kontrolle des Zugriffs auf die Daten der Knowledge Base sichergestellt, so dass eine Einrichtung ausschließlich jene Daten einsehen und nachnutzen kann, für die sie berechtigt ist. Dies gilt auch für den Zugriff über entsprechende Schnittstellen, z. B. kann die Einrichtung auf Wunsch die Daten in ein lokales ERMS übernehmen, um so von der Arbeit der Konsortialstellen und Verhandlungsführer zu profitieren.

Archivrechte

Die Definition und Verwaltung von Archiv- und Hosting-Rechten erfolgt in Kooperation mit dem Projekt Nationales Hosting elektronischer Ressourcen. Hierzu wurde im Vorfeld das zugrundeliegende Datenmodell abgestimmt, das die wesentlichen Datentypen, ihre Beziehung zueinander sowie im Rahmen des Zugriffsmanagements die jeweils aktuellen Zugriffsrechte der Bibliotheken definiert und mit dem Nationalen Statistikserver kompatibel ist. Das von den Konsortialstellen eingepflegte Entitlement wird mit Archivinformationen angereichert und im System für zurückliegende Lizenzen jahresgenau archiviert. Das NatHosting kann auf diese Daten zugreifen, um eine automatisierte Freischaltung der Teilnehmer im Hosting-Fall durchzuführen. Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass die Daten dort gepflegt werden, wo sie anfallen und leicht in den Geschäftsprozess integriert werden können.

Lizenzverwaltung

Die Nutzung und Pflege der Knowledge Base erfolgt über die Konsortialsicht und die Bibliotheksicht des Lizenzverwaltungmoduls. Diese Sichten basieren auf einer internen Rechteverwaltung und ermöglichen eine übersichtliche und leichte Handhabung. Dadurch ist sichergestellt, dass eine Einrichtung ausschließlich jene Daten einsehen und nachnutzen kann, für die sie berechtigt ist

Konsortialsicht

  • zentrale Verwaltung der Informationen zu Konsortial-, National- und Allianzlizenzen zentral für alle Teilnehmer durch den jeweiligen Verhandlungsführer
    • Anbieterstammdaten,
    • Vertragsdokumente,
    • Laufzeiten,
    • Kündigungsfristen,
    • Archivrechte,
    • Preise,
    • Teilnehmerbibliotheken und
    • Ansprechpartner.
  • Informationen werden durch Vererbung automatisch aus der Konsortialsicht an die betreffende Bibliothekssicht weitergereicht.
  • Lizenzinformationen können von den Bibliotheken jederzeit in ihrer Sicht eingesehen werden.
  • Rückmeldefunktionalität für Lizenzverlängerungswünsche, Bedarfsbekundungen etc.
  • Lizenzverlängerung erfolgt direkt im System und wird dort dokumentiert und archiviert.

Bibliothekssicht

  • Übersicht und Verwaltung des gesamten Lizenzportfolios einer Bibliothek
  • Vererbung der Lizenzinformationen von Konsortial-, National- und Allianzlizenzteilnahmen
  • Einspeisung lokal erworbener Lizenzen durch die Bibliothek
  • Kommunikation mit Verhandlungsführern:
    • Lizenzverlängerung
    • Neugründung von Konsortien
    • Testwünsche, etc.

 

Statistik

Der von ReDI und HeBIS gemeinsam entwickelte Nationale Statistikserver wird als Modul in LASeR integriert. Damit werden alle Metadaten zu den elektronischen Ressourcen – Titel-, Bestands-, Lizenz-, Zugangs- und Nutzungsdaten – an einer Stelle zusammengeführt und komfortable Auswertungen der Statistiken zur Nutzung elektronischer Ressourcen sowie Analysen wie Cost per Download ermöglicht. LASeR ruft dafür teilweise Nutzungsdaten aus dem Statistikserver ab und verwendet diese für die Anzeige und Berechnungen, teilweise wird auch direkt auf den Statistikserver verwiesen. Bibliotheken, die LASeR nutzen, haben damit drei Möglichkeiten zur Auswertung der Nutzung:

  • Sie verwenden die in LASeR vorgehaltenen Statistiken (z. B. aktuelle Volltextabrufe),
  • sie starten zu einem Titel oder Paket per Mausklick eine Ad-hoc-Anfrage an den Statistikserver und bekommen die entsprechenden Nutzungsdaten angezeigt oder
  • sie folgen einem Link zum Statistikserver und können dort weitergehende Auswertungen vornehmen.

 

Bildliche Darstellung des Statistikservers, welcher an LASeR angebunden ist. Dateiformat: .png, Bildgröße: 272 KB.

    Der Statistikserver sammelt über das SUSHI-Protokoll Statistikdaten im COUNTER-Format von den Anbietern ein, verwaltet diese in einer zentralen Datenbank und stellt sie für den Abruf durch die Bibliotheken, Konsortialstellen und Verhandlungsführer bereit. Durch die Verknüpfung mit Metadaten aus der EZB, der ZDB und bei Bedarf aus weiteren Quellen sind die Nutzungsstatistiken flexibel recherchierbar.

    Zugangsmanagement

    Für den Zugang zu elektronischen Ressourcen lassen sich mithilfe der Lizenz-, Bestands- und Zugangsinformationen aus LASeR deutliche Verbesserungen erzielen. Die Lizenz- und Bestandsinformationen geben darüber Auskunft, welche Bibliothek bzw. Nutzergruppe in der entsprechenden Einrichtung aktuell auf welche Ressource Zugriff hat. Die Zugangsinformationen geben an, auf welcher Plattform die Nutzer mit welchen Verfahren – Freischaltung für bestimmte IP-Bereiche, VPN, Shibboleth, (Rewriting) Proxy usw. – auf eine Ressource zugreifen können. Diese Informationen müssen in LASeR erfasst werden, typischerweise aber nicht für jede Ressource, sondern nur einmal pro Plattform und Bibliothek. Damit sind dann nicht nur automatisierte Änderungsmeldungen an Anbieter möglich, sondern es werden unter anderem die folgenden Anwendungsfälle unterstützt:

    • Zugriffskontrolle für selbst gehostete oder über einen Hosting-Dienstleister bereitgestellte lizenzpflichtige Ressourcen: Als Anwendung ist hier vornehmlich das Projekt NatHosting zu nennen, das LASeR als Nachweisinstrument für die Zugriffsberechtigungen nutzen wird.
    • Generierung kontextabhängiger Zugangs-URLs: Beim Zugang zu den elektronischen Ressourcen muss berücksichtigt werden, wie der Nutzer aktuell auf das Internet zugreift und mit welchem Verfahren auf eine bestimmte Ressource zugegriffen werden kann. Die Zugangs-URL kann von diesem Kontext abhängen, z. B. wenn der Nutzer von außerhalb des Campusnetzes zugreift und der Zugriff auf die Ressource per Shibboleth oder Rewriting Proxy erfolgt.

    Access Mode Switch

    Um den Nutzern einen möglichst komfortablen Zugang zu den elektronischen Ressourcen zu ermöglichen und die Katalogisierung der Zugangs-URLs zu vereinfachen, soll ein Access Mode Switch entwickelt werden, der kontextabhängige Zugangs-URLs basierend auf den Informationen aus LASeR generieren kann. Verwendet werden kann der Access Mode Switch in allen Systemen, die den Nutzer zu elektronischen Ressourcen vermitteln, z. B. Kataloge, Rechercheplattformen und Linkresolver. Der Access Mode Switch wird als Modul in LASeR integriert und als zentraler Dienst betrieben.

    Bildliche Darstellung des Access Mode Switch im Rahmen des Einsatzes von LASeR. Dateiformat: .png, Bildgröße: 318 KB.

    Nach oben

    Cookies

    Wir verwenden Cookies, um unsere Webseiten benutzerfreundlicher zu gestalten und um Zugriffsstatistiken zu erheben. Durch die Nutzung unserer Webseiten akzeptieren Sie die Speicherung von Cookies. Zum Impressum

    mehr erfahren Cookies akzeptieren