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Langzeitverfügbarkeit für Hochschulen

Mehr als Langzeitarchivierung: Mit der digitalen Langzeitverfügbarkeit den nachhaltigen Umgang mit Wissenschaftsressourcen landesweit nachhaltig gestalten.

Die Langzeitverfügbarkeit (LZV) von digitalen Materialien spielt in Hochschulen eine zunehmend wichtige Rolle. Im Sinne eines verstetigten Forschungsdatenmanagements stellt Langzeitverfügbarkeit über die dauerhafte Archivierung hinaus die Auffindbarkeit, Nachnutzung und Erweiterbarkeit von forschungsrelevanten Materialien sicher.

Mit der Rosetta-Infrastruktur unterstützt das hbz die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen bei ihrer Aufgabe, digitale Materialien langfristig für die Nutzung bereitzustellen. Digitale Forschungsergebnisse, Forschungsdaten und andere Materialien entstehen in Wissenschaft und Verwaltung in großen Mengen und müssen langfristig verfügbar bleiben. Um die Informationen auch dann noch nutzen zu können, wenn sich Dateiformate, Anwendungssoftware oder digitale Infrastruktur verändern, bedarf es vielfältiger Erhaltungsaktivitäten. Hierbei bietet das hbz den Verantwortlichen an Hochschulen praktische Unterstützung an.

Infrastruktur zur Sicherung digitaler Langzeitverfügbarkeit (LZV)

Initiiert vom Wissenschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und begleitet von verschiedenen Fachgremien, wird seit 2016 eine Infrastruktur zur Sicherung digitaler Langzeitverfügbarkeit aufgebaut, die aktuelle und künftige Anforderungen im Hochschulbereich erfüllt. Die Partner an der RWTH Aachen und der Universität zu Köln unterstützen den Aufbau der Infrastruktur bereits in der Pilotphase. Ab 2018 wird die Infrastruktur für weitere Hochschulen des Landes geöffnet werden.

Langzeitverfügbarkeit - Warum?

Forschung basiert auch im digitalen Zeitalter auf Zugang, Wiederverwendung und Re-Analyse wissenschaftlicher Daten. Digitale Wissensressourcen, Forschungsergebnisse und zugrunde liegende Primärdaten müssen langfristig nutzbar bleiben. Hierbei ist die Sicherung der Authentizität von zentraler Bedeutung. Weil modernes Forschungsdatenmanagement von verschiedenen Akteuren an Hochschulen getragen wird, müssen dort involvierte Bibliotheken und Verwaltungen digitale Materialien langfristig erhalten. Langfristig heißt in diesem Zusammenhang: dauerhaft und über die vorhersehbaren Technologiewechsel hinweg. Die Grundsteine einer langfristigen Verfügbarkeit liegen neben der reinen Datensicherung in der koordinierten Zusammenarbeit der Beteiligten. Die Beschreibung der Daten auf inhaltlicher, technischer und administrativer Ebene erfordert den Einsatz geeigneter Metadaten. Um den Nachweis der Daten auch über sehr lange Zeiträume hinweg zu sichern, müssen Erhaltungsplanung und Erhaltungsaktivitäten im Rahmen eines Preservation Planning konzipiert und dokumentiert werden.

Was bietet Rosetta?

Die Software Rosetta der Firma Ex Libris ist konform zum OAIS-Modell und arbeitet mit verbreiteten Preservation Standards. Sie bietet unter anderem:

  • Format Identification – Dateiformate werden anhand einer globalen Formatdatenbank erkannt und registriert
  • Format Validation – Prüfung des Datenformats
  • Risk Managementu. a. automatisierte Erkennung von veraltenden Formaten
  • Format Migration – Konvertierung gefährdeter Datenformate in langzeitstabile Formate
  • Exit Strategy – Datenhaltung unabhängig von den Spezifika des Langzeit-Repositorys
  • Einbindung von bedarfsgerechten Plug-Ins

Merkmale der Landeslösung

Rosetta ermöglicht die kunden- und materialspezifische Einlieferung in einen Speicher, der entweder
an eine

  • zentral im hbz betriebene oder
  • lokal installierte Rosetta-Infrastruktur angebunden ist.

Die spezifische Erhaltungsplanung für die Daten nutzt das Know-How einer globalen Rosetta-Community.

Die Landeslösung verfügt über folgende Infrastrukturmerkmale:

hbz Sandbox: Zentrale Rosetta-Installation zur Einrichtung und zum Testen von Einlieferungen

hbz Produktionsumgebung: Skalierbares Cluster von acht virtuellen Servern auf vier Host-Maschinen, 80 Terabyte Operational Storage, mindestens 1,6 Petabyte Speicher als Hierarchical Storage Management System (HSM)

Lokale Rosetta-Infrastruktur: Jeweils abhängig von lokalen Bedarfen

Zeitplan

  • Vorbereitung: Use Case Definition, Hardware-Bereitstellung - Ende 2016 bis Mitte 2017
  • Implementierung: Wissenstransfer, Praxiserfahrung - bis Ende 2017
  • Ausweitung ins Land: Umsetzung landesweiter LZV-Projekte - ab 2018

Partner-Hochschule werden - Wie geht das?

Das Angebot steht ab 2018 allen Hochschulen des Landes offen. Es kann die zentrale, beim hbz betriebene Rosetta-Infrastruktur genutzt werden. Alternativ wird der Aufbau einer lokalen Instanz im Rechenzentrum der eigenen Hochschule unterstützt.

Was müssen Sie wissen?

Die Sicherung der Langzeitverfügbarkeit erfordert Vorbereitung und Planung, u. a. bei folgenden Aspekten:

  • Auswahl und Beschreibung der einzuliefernden Ressourcen
  • Spezifikation des Einlieferungswegs/der Einlieferungswege
  • Hostingkonzept: Soll Rosetta zentral oder lokal betrieben werden?

Wie sieht Ihre Rolle aus?

Ein Projektmanagement koordiniert die Kommunikation mit Forschenden sowie mit folgenden Rollen an der eigenen Hochschule:

  • Daten-Manager/-Managerin: kennt eingelieferte Daten und Metadaten
  • LZV-Manager/-Managerin: plant und trifft nötige Erhaltungsentscheidungen
  • Daten-Kurator/-Kuratorin: betreut die Daten im LZV-System

Wie kommen Ihre Daten in das System?

  • Drei unterschiedliche Einlieferungsverfahren stehen zur Verfügung:
    OAI-PMH, CSV und Submission Application
  • Die geeignete Methode kann anhand der Daten und des Anwendungsszenarios gewählt werden.

Wie geht es weiter?

Zukünftig können weitere Hochschulen sukzessive mit der Nutzung der Rosetta-Infrastruktur beginnen. Je konkreter der jeweilige Use Case vorbereitet ist, desto einfacher und schneller kann die Anbindung an die LZV-Infrastruktur erfolgen. Eigene Aufwände der Hochschule sollten rechtzeitig einkalkuliert und in Zusammenarbeit mit dem hbz abgestimmt werden. Das hbz unterstützt Sie bereits vor dem Ende der Pilotierungsphase bei Ihren Vorbereitungen. Aktuell erarbeiten wir einen Fragebogen für die erste Beschreibung Ihres Anwendungsszenarios und beraten Sie technisch und strategisch im Bereich der digitalen Langzeitverfügbarkeit.

Für weitere Informationen steht Ihnen das Rosetta-Team des hbz zur Verfügung:

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